Rund um den Welt-Autismus-Tag am 2. April macht autismus schweiz auf die Stärken und Herausforderungen von Menschen im Autismus-Spektrum aufmerksam – einer Behinderung, die oft unsichtbar bleibt. Der junge Tennisspieler Flynn Thomas engagiert sich dabei als Botschafter der Organisation. Unterstützung kommt auch von der SBB: Sie führen das international bekannte Sonnenblumenband (Sunflower Lanyard) künftig schweizweit ein.

Auf dem Tennisplatz arbeitet Flynn Thomas täglich an seinem sportlichen Traum. Gleichzeitig lebt der 17-Jährige im Autismus-Spektrum. Diese Erfahrung will er nun auch als Botschafter von autismus schweiz einbringen. «Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer einfach ist, anders zu sein. Auch im Tennis werde ich manchmal missverstanden», sagt Flynn Thomas. Umso wichtiger sei es, Autismus sichtbarer zu machen: «Viele Menschen verstehen Autismus noch nicht richtig, weil man ihn oft nicht sieht. Wenn mehr Menschen darüber Bescheid wüssten, gäbe es weniger Vorurteile und mehr Verständnis.»
Stärken sichtbar machen
Autismus wird in der Öffentlichkeit häufig nur mit Schwierigkeiten verbunden. autismus schweiz will deshalb stärker auf die Fähigkeiten von Menschen im Spektrum aufmerksam machen. «Die Fähigkeit von Flynn zum Beispiel, sich stark zu fokussieren und intensiv an Zielen zu arbeiten, hilft ihm besonders im Tennis. Der Sport gibt ihm Struktur, Konzentration und Selbstvertrauen», sagt Sibylle Grimm Nafzger, von autismus schweiz. Flynn Thomas möchte mit seiner Botschafterrolle auch anderen Jugendlichen Mut machen: «Wenn ihr etwas liebt – so wie ich das Tennis liebe – dann bleibt dran und geht euren eigenen Weg. Menschen werden euch vielleicht nicht immer sofort verstehen. Aber das bedeutet nicht, dass ihr falsch seid.»
Vorbild für viele junge Menschen im Autismus-Spektrum
Flynn Thomas ist gemäss autismus schweiz ein starkes Vorbild für viele junge Menschen im Autismus-Spektrum: «Mit seiner Offenheit und seinem Engagement hilft er, das Thema Autismus sichtbarer zu machen und leistet einen wichtigen Beitrag zu mehr Verständnis in der Gesellschaft», ist Sibylle Grimm Nafzger überzeugt. Ziel der Partnerschaft soll es sein, nicht nur das Verständnis zu fördern, sondern der Gesellschaft auch mehr Wissen über Autismus zu vermitteln.
SBB etabliert Sonnenblumenband schweizweit
Menschen im Autismus-Spektrum und andere Personen mit unsichtbaren Behinderungen stehen im öffentlichen Raum oft vor besonderen Herausforderungen. Lärm, Menschenmengen oder starke visuelle Reize können beispielsweise an Bahnhöfen schnell überfordernd sein. Das international bekannte Sunflower Lanyard (Sonnenblumenband) macht solche unsichtbaren Einschränkungen sichtbar. Neun Monate nach der Einführung in 16 Reisezentren in den Regionen Zürich, Lausanne und Genf zieht die SBB eine positive Bilanz und etabliert das Band nun schweizweit. Ab sofort wird es in allen 115 Reisezentren der SBB kostenlos abgegeben. Das Tragen des Bandes ist freiwillig. Es signalisiert auf einfache Weise, dass eine Person in bestimmten Situationen zusätzliche Unterstützung benötigt – etwa mehr Zeit, Orientierungshilfe oder Verständnis. Nebst der SBB anerkennen auch das Technorama Winterthur, die Musikfestwochen Winterthur, die Flughäfen Genf und Zürich, die Swiss, die Basler Verkehrsbetrieb (BVB), die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) sowie Aargau Verkehr AG (AVA) das Sunflower Lanyard. Es kommen laufend weitere Unternehmen dazu.
Mit der Partnerschaft mit Flynn Thomas und Projekte wie dem Sonnenblumenband will autismus schweiz dazu beitragen, Autismus sichtbarer zu machen und das Verständnis in der Gesellschaft zu stärken. autismus schweiz setzt sich dafür ein, dass Menschen im Autismus-Spektrum und ihre Familien Unterstützung erhalten und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
pd



